PRESSEERKLAERUNG
Gesellschaft fuer bedrohte Voelker
Society for Threatened Peoples
NGO in consultative status (category II)
with the Economic and Social Council (ECOSOC) of the United Nations
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Goettingen, den 11. Oktober 1996
Kohl reist nach Indonesien:
Osttimoresische Friedensnobelpreistraeger
unterstuetzen - Keine deutschen Waffen fuer
Diktator Suharto !
Bundeskanzler Helmut Kohl soll nach Auffassung der Gesellschaft fuer
bedrohte Voelker (GfbV) die indonesische Regierung bei seinem Besuch Ende
Oktober dazu draengen, endlich einem Volksentscheid ueber die Zukunft
Osttimors zuzustimmen. "Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die
Osttimoresen Bischof Belo und Jose Ramos Horta ist eine schallende
Ohrfeige fuer Indonesiens Diktator Suharto, der fuer den Voelkermord an
200.000 Osttimoresen verantwortlich ist", erklaerte am Freitag der
GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Die deutsche Politik habe die
indonesische Regierung bisher nur bestaerkt, an der voelkerrechtswidrigen
Besetzung des Inselteils und der gewaltsamen Unterdrueckung des
osttimoresischen Volkes festzuhalten. Trotz dringender Appelle von
Menschenrechtsorganisationen und der ehemaligen Kolonialmacht Portugal
liefere Deutschland dem diktatorischen Regime in Jakarta nach wie vor
Waffen und werde so mitschuldig am Voelkermord in Osttimor. Kohl solle
sich jetzt bei den Friedensnobelpreistraegern oeffentlich entschuldigen
und die Waffenlieferungen unterbinden.
Indonesien ist heute der bedeutendste Abnehmer deutscher Ruestungsgueter
in Suedostasien. Allein zwischen 1990 und 1993 im portierte Indonesien
Waffen im Wert von mehr als einer Milliarde Mark aus Deutschland. Die
Lieferungen umfassen unter anderem Schnellboote, Hubschrauber, U-Boote,
Landungsschiffe, Militaerlastwagen, Minenraeumer, Gefechtsversorger,
Kuestenschutzschiffe, Torpedos und Munition aller Art.